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Ministrantenhandbuch
Philosophie und Ethik
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14. Philosophie

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Begriff von Rationalität

 

Die vier Sphären der Rationalität - Wissenschaft, Kunst, Religion, Ethik - bilden zusammen die eine Vernunft, sind dabei in ihren Gegenständen, Perspektiven und Methoden aber von grundlegend unterschiedlicher Art. Deshalb muss nach dem inneren Zusammenhang dieser in vieler Hinsicht disparat wirkenden Sphären gefragt werden und danach, wie sie im Prozess des Verstehens und Begreifens zusammenwirken. Philosophieren ist ja der Versuch, schlechthin zu verstehen, d. h. einen jeden Gegenstand im Lichte aller Gegenstände, unter allen Perspektiven und mittels aller Methoden zu verstehen. So ist Philosophieren der Versuch der Zusammenschau aller sonstigen Verstehensbemühungen aus Wissenschaft, Kunst, Religion und Ethik. Indem Philosophie nach dem Zustandekommen dieser Zusammenschau und nach den Gründen und Folgen ihrer Unabschließbarkeit - ihres Scheiterns - fragt, bemüht sie sich darum, das Verstehen und damit das Philosophieren (als die weiteste, alle übrigen einschließende Weise des Verstehens) selbst zu verstehen, zu begreifen. So ist die Philosophie immer auch eine Philosophie des Philosophierens, und zielt als solche auf den integralen Begriff des Verstehens, während (wie ihr Name schon sagt) die vier Sphären der Rationalität mit Teildimensionen des Ver5stehbaren und des Verstehens zu tun haben.

   Didaktik ist die Lehre vom Verstehbarmachen (Lehren) und vom Verstehen (Lernen). So gesehen kann Didaktik niemals ein Anhängsel an die Philosophie sein, sondern sie ist gewissermaßen ihre Vollendung. Denn Didaktik als Lehre vom Verstehen stellt die Selbstreflexion dessen dar, was Philosophie und Philosophieren konstituiert: das Verstehen. Philosophie kann keine von ihrer Didaktik getrennte "Fachwissenschaft" sein, denn Philosophie liegt nur da vor, wo nicht partiell, sondern universal zu verstehen unternommen wird. Verstanden hat man aber eine Sache dann nicht vollständig, wenn man nicht versteht, welche Zugänge sie dem Verstehen bietet; - wenn man nicht versteht, wie die Sache sich dem Verstehen erschließt.

   Die Geschichte der Philosophie führt uns den Weg dieser Selbstverständigung des Verstehens - seiner Selbstaufklärung über sich - vor Augen. Womit nicht behauptet sein soll, dass dieser Weg ein Fortschritt sei, dessen zeitlich frühere Stadien überholt seien. Die einzelnen Philosophien verhalten sich zur Philosophie nicht so sehr wie die Teile eines Kuchens zum ganzen Kuchen, sondern eher wie die auf einen Gegenstand möglichen Perspektiven zu dem Gesamtbild, das der Gegenstand von sich zeigt.

 

14.1 Didaktik der Philosophie/Ethik ("Fachdidaktik")

 

14.2 Geschichte der Philosophie (LPO I, § 76, Absatz 1, Ziffer 1) (hier kein Material)